UHLER

Das Dorf

BESIEDLUNG

Vor- und frühgeschichtliche Überlieferung 

Die vor- und frühgeschichtliche Überlieferung von Uhler ist spärlich, mit wenigen Hinweisen in der Literatur und hauptsächlich römischen Funden. 

Die Siedlungsgeschichte reicht bis zur mittleren Steinzeit (ca. 6000 v. Chr.) zurück, gefolgt von Belegen aus der Bronzezeit (2000 v. Chr.) und der Eisenzeit (ab 1200 v. Chr.). Die römische Eroberung im 1. Jh. v. Chr. brachte erste schriftliche Berichte, jedoch gibt es für Uhler keine Funde aus der Spätlaténezeit. Helmut Weißhaupt und Günter Lahm haben sich mit der frühen Geschichte Uhlers beschäftigt; Lahm berichtet von möglichen Siedlungsspuren, die jedoch bislang nicht durch Grabungen bestätigt wurden.

Helmut Weißhaupt kennt die Gemarkung seiner Heimatgemeinde sehr gut und hat zahlreiche Bodenfunde entdeckt. Bei einer Ortsbegehung im Herbst 1999 wies er auf unregistrierte Fundstellen hin, die wahrscheinlich der römischen Siedlungsphase zuzuordnen sind.

Die Funde liegen nahe eines Feldweges zwischen Bornig und Uhler. Auf einem Acker wurden Schieferbruch und römische Scherben entdeckt. Eine zweite Begehung brachte weitere Fundstücke, darunter Teile eines kleinen Gefäßes und Mörtelreste, zutage. Es gibt Hinweise auf größere Gesteinsbrocken, die auf die Existenz eines Fundaments hindeuten. Unklar bleibt, ob es sich um eine Wegestation, einen römischen Wachturm oder ein Grab entlang der römischen Straße handelt.Im Jahr 1952 entdeckte Herr Weißhaupt auf der alten Römerstraße ein Brandgrab mit einer Aschenkiste aus fünf Schieferplatten. Die Kiste maß 0,90 m in der Länge, 0,7 m in der Breite und 0,4 m in der Tiefe, war jedoch zuvor geplündert worden. Die Fundmeldung erfolgte am 25. November 1952. Zudem fand er in der Umgebung Scherben und eiserne Nägel.

Von Kastellaun führte eine römische Straße in gerader Linie zum Waldparkplatz an der Gemarkungsgrenze von Uhler, wobei die alte Trasse 10 Meter links vom heutigen Feldweg verläuft. Der Weg überquert den Deimerbach und führt nach Zilshausen mit dem Ziel Treis an der Mosel. Eine zweite römische Straße verläuft nördlich an Buch vorbei zur Mosel. Entlang dieser Verbindungswege gibt es Hügelgräber und Siedlungsreste, darunter Funde aus der Zeit der römischen Besiedlung, die 1952 in Uhler entdeckt wurden.

Ein möglicher zweiter Fund aus der Römerzeit wurde beim Wegebau entdeckt, als Lehrer Cornelius eine etwa ein Quadratmeter große Quarzitplatte in einem Grabhügel fand, darunter eine Brandschicht. Um die Platte lagen Quarzitwacken, römische Keramikscherben, darunter eine graue Schale, ein dünnrandiges hellrotes Gefäß, Fragmente von Terra-Sigillata, Eisenstücke und Teile eines Messers. Es wurde festgestellt, dass die Funde von Cornelius und Weißhaupt zur selben Stelle gehören.

Weitere flache Grabhügel in der Nähe von Straßennähe sind im Wald Bornig bei Buch sichtbar, eingemessen und im Inventar des Hunsrückmuseums Simmern verzeichnet.

In der Flur "am Mühlberg" östlich von Uhler wurden römische Überreste entdeckt, darunter ein Reibstein, ein Amphorengriff und präzise Ziegel. Diese Funde sind interessant, da in der Nähe eine alte Zehntmühle vermutet wird. Brunnen in der Umgebung waren wichtig für die römische Besiedlung. Bei einer Ortsbegehung in einem Weizenfeld wurden zahlreiche Keramikbruchstücke, Amphorengriffe und Ziegelscherben gefunden, darunter fragliche tonere Überreste. Außerdem wurde etwa dreihundert Meter entfernt ein Münzfund gemacht: ein karolingischer Silberling aus der Zeit zwischen 780 und 800 sowie eine weitere kaum identifizierbare Silbermünze.

Die Indizien deuten stark auf eine römische Besiedlung in Uhler hin, wahrscheinlich eine Hofstelle in der Flur "Mühlberg", entfernt von der Römerstraße Kastellaun-Treis. Ob die Grabstätten entlang der Straße zur Hofstelle gehörten, bleibt unklar. Zudem gibt es im Hunsrückmuseum weitere Fragmente zweier mittelalterlicher, tönerner Hörner aus Uhler, jedoch fehlen schriftliche Aufzeichnungen zu diesem Fund.

Helmut Weißhaupt erinnert sich, dass Lehrer Heiser in den 1930er Jahren viele Bodenfunde in der Schule von Uhler ausstellte. Während des Krieges wurden diese Funde verpackt und nach dem Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört. Einige Funde wurden jedoch wahrscheinlich ins Museum nach Simmern abgegeben. Daher kann angenommen werden, dass der nicht näher beschriebene Fund zu Beginn der 1930er Jahre nach Simmern gelangte.

Der Distrikt „Löhe“ in Uhler bietet interessante Einblicke in die Siedlungsgeschichte. Ein alter Reiterweg führt zur Gemarkungsgrenze von Beltheim, wo eine Felsnase mit Abbauspuren zu sehen ist. Oberhalb befindet sich ein ringförmiger Erdwall, der Überreste einer wohl kreisförmigen Befestigungsanlage zeigt, aber durch Vegetation schwer erkennbar ist.

Vergleiche zu anderen Wallanlagen im Hunsrück könnten Aufschluss über das Alter geben, doch sind bisher keine Funde zur Altersbestimmung gemacht worden. Lehrer Heiser beschrieb die Anlage in den 30er Jahren als mögliche keltische Fliehburg und Kultstätte, doch fehlen konkrete Beweise für eine keltische Besiedlung in Uhler, was vorsichtiges Handeln bei solchen Theorien nahelegt.

Die bisherige Forschung zur Siedlungsgeschichte von Uhler wirft viele Fragen auf, die durch gezielte Grabungen und wissenschaftliche Untersuchungen beantwortet werden könnten. Besonders interessant wären Erkenntnisse über römische Siedlungsspuren und die Wallanlage im Distrikt Löhe. Da eine Grabung durch die Bodendenkmalpflege unwahrscheinlich ist, könnte der Zufall signifikante Funde zutage fördern. Der aktuelle Kenntnisstand erfordert jedoch Vorsicht bei Vermutungen, da die gefundenen Objekte auf eine ältere Besiedlung hinweisen als in den urkundlichen Überlieferungen dokumentiert.